Am Sonnabend waren Nimrod und ich wieder einmal auf dem Shoushan, das ist ein kleiner Berg (eigentlich zwei) der zwischen Gaoxiong und dem Meer liegt. Man kann recht gemütlich einfach in Serpentinen die Wege hochlaufen, einige Abkürzungen in Form von Treppen nehmen oder einfach wie wir den fast direkten Weg zur Spitze wählen - da braucht man dann aber wirklich festes Schuhwerk.
Es hatte noch am Tag zuvor geregnet, deshalb haben wir uns diesmal möglichst an Pfade gehalten, die mit Wurzelwerk oder Steinen etwas mehr Halt boten als der übliche lehmige Boden.
Der Berg ist nicht ganz frei zum Bewandern, ein Teil ist für das Militär reserviert. (Zum Wandern?) Allerdings hält sich kaum jemand streng an die Schilder, mich hat auch schon ein Pfad ein ganzes Stück hinter einem Warnschild auf einen festen Weg entlassen.
Da wir in Taiwan sind, gibt es natürlich auch ein wenig Komfort. Sowohl entlang der großen Wege als auch der kleinen Pfade findet man immer mal wieder einen Pavillon, wie hier den der guten Freunde, wo man sich ein Weilchen ausruhen kann.
Oberhalb dieses Pavillons kommt als nächstes nicht ein weiterer Pavillon, sondern die Qiman-Station. Hier findet man eigentlich immer rege Betriebsamkeit vor. Hat man Glück, dann hat jemand eine Flöte oder ein anderes Instrument mitgebracht und kann es auch spielen. Hat man Pech, dann findet man hauptsächlich "Naturfreunde", die mit Steinschleudern auf Affen und wilde Hunde schießen.
Normalerweise sind hier immer diverse Affen, aber diesmal hat sie der Regen wohl irgendwohin vertrieben. Dafür habe ich an dem Tag zum ersten Mal einen Hundertfüßler gesehen.
Normalerweise steigen wir nach einer kurzen Rast an der Station über den "Heldenpfad" zum "Heldenpavillon", aber der Heldenpfad heißt nicht umsonst so, und beim Zustand des Bodens haben wir das lieber gelassen und sind zum Pavillon der ewigen Jugend gewandert.
Hier war es diesmal noch ruhiger als sonst, denn auch hier gab es keine Affen. Auf dem Rückweg schoß ich dann noch ein schönes Foto von Gaoxiong im Smog. Da wollten wir also wieder hin.
Unser Getränkevorrat muß eigentlich immer nur für Aufstieg und Aufenthalt auf dem Berg reichen, denn für den Abstieg nehmen wir die normalen Wege - inklusive Treppenabkürzungen natürlich. Da läuft man dann durch einen immergrünen Tunnel.
Auch diese Woche trafen wir wieder die drei kleinen Hunde, die wir schon vorige Woche gesehen hatten. Da hatte ich ihnen bereits einen Roubao (ein Hefekloß mit Fleischfüllung) gegeben, und diesmal schienen sie noch hungriger zu sein.
Auch die Aluschale, die ich vorige Woche bemerkt hatte, war noch da und auch halbwegs mit Wasser gefüllt, aber sie nahmen trotzdem ein paar Schluck von dem Wasser, das Nimrod nicht mehr brauchte. Mal sehen, ob sie durchhalten werden...
Diesmal hatten sie sich scheinbar auch gleich Nimrod zum Pflegevater auserkoren, wovon der aber gar nicht begeistert war. Ich hätte sie sowieso nicht mitnehmen können... Kurz bevor wir wieder eine asphaltierte Straße erreichten, trafen wir dann doch noch einen Affen, allerdings wirklich nur einen.
Und so war wieder einmal eine Klettertour vorüber und Nimrod ziemlich geschafft - auch wenn er diesmal keine Gelegenheit hatte, Affen hinterherzujagen. Ach ja, alle Fotos sind nur mit dem Handy geschossen, die Qualität ist also nicht überragend...
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